Innsbruck - Stadt der Designer oder jene der Bautechniker?

Innsbruck hat nicht nur landschaftlich einiges zu bieten, sondern auch architektonisch. Eine Reihe bekannter Architekten haben in den letzten Jahren immer wieder ihre Designs an die Tiroler Landeshauptstadt verkauft. Die Stars der Architekturszene glänzten beim eigentlichen Bau meist durch Abwesenheit, wie z.b. bei den Innsbrucker Rathausgallerien, deren Design zwar von dem französischen Stararchitekten D. Perrault stammt, die Ausführung wurde jedoch einer ortsansässigen Firma überlassen. Eine deartige Vorgehensweise bietet zwar finanzielle Vorteile, da der Designer nicht während der gesamten Bauzeit vor Ort sein muss, aber es bringt auch Nachteile.

Auf der einen Seite muss man sich fragen, wieso gerade in Innsbruck mit einer HTL für Bautechnik sowie einer eigenen Fakultät für Bauingenieurwissenschaften und einer für Architektur anscheinend nicht genug kreative Köpfe vorhanden sind, die einer solchen Aufgabe gewachsen sind. Auf der anderen Seite scheint aber doch das Know-how vorhanden zu sein, um bautechnisch fremde Aufträge auszuführen. Wie kann es sein dass Kreativität und technisches Fachwissen in der Landeshauptstadt am Inn derartig weit auseinanderklaffen, dass man Gestaltungsideen importieren muss, die technische Ausführung mit lokal angesiedelten Firmen jedoch mehr oder weniger problemlos möglich ist.

Die Antwort darauf ist wohl am ehesten bei der Trennung von Bautechnik und Architektur zu suchen, die gerade in Innsbruck sehr verwunderliche Zustände hervorbringt und dem internationalen Trend total widerspricht. Auch die beiden Fakultäten spiegeln diese Trennung auf akademische Ebene wieder: die Bauingenieure sind für die technische Abwicklung zuständig, die Architekten für das Design. Wobei die entworfenen Designs meist im virtuellen Raum erstellt werden und auch dort bleiben. Die Kreativität bleibt auf der Festplatte und der Rest entlädt sich in Form von Architekturkritik, die zwar notwendig ist, aber im Endeffekt auch keine Abhilfe schafft. Bautechnisches Wissen und Design sollten auch in Innsbruck wieder eine fruchtbare Liaison eingehen, so wie es der spanische Ingenieur und Architekt Santiago Calatrava eindrucksvoll in seinen Entürfen und Ausführungen zeigt.

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